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11.12.2008

„Die Entlastung bringt mehr Verkehr”


Bürger aus Kredenbach wollen sich jetzt verstärkt gegen die Kreuztaler Südumgehung einsetzen.

Gegen die Südumfahrung und gegen die Ferndorf-Eder-Lahn-Straße („FELS”) setzen sich Kredenbacher Bürger ein. „Wir wollen das auf jeden Fall verhindern”, sagt Luise Flender. Im evangelischen Gemeindehaus trafen sich 20 Bürger, um eine Initiative zu gründen. Im Gemeindehaus hingen die Pläne für die Kreuztaler Südumfahrung aus, das erste Element der „FELS”. Die Fernstraße, die nach dem Scheitern der A4 favorisiert wird, ist nach Ansicht der Bürgerinitiative „ökologischer Irrsinn. Das erste Opfer ist das Mattenbachtal. das zweite das gesamte Ferndorftal, danach bekommen Ruckersfelder und Oechelhauser Tal sowie das Erholungsgebiet Breitenbachtalsperre Lärm und Abgase ab.”

Zudem gälte sie jetzt schon als eines der teuersten Straßenprojekte überhaupt, erklärte Klaus Thiel an der meterlangen Karte. Die drei Kilometer von Buschhütten bis Ferndorf sollen 35 Millionen Euro kosten. Dabei gäbe es durchaus Möglichkeiten, auf der bestehenden B 508 für eine Entlastung zu sorgen, meint Thiel, beispielsweise durch einen Ausbau des Nadelöhrs Hauptkreuzung. „Diese Kreuzung packt es, so wie sie ist, einfach nicht. Aber statt dort etwas zu tun, bauen sie sich alle Möglichkeiten zu.”

Dass die 22.000 Fahrzeuge im Bereich Kreuztal keineswegs dem überregionalen Verkehr zuzuordnen sind, hob Michael Poser hervor. Der Verkehr versickere im Verlauf des Ferndorftales: „Es gibt kaum Durchgangsverkehr. Und wenn gesagt wird, die Straße nutze Pendlern, dann muss man fragen: Wieviel sind das denn? Das lässt sich zum Glück sehr genau feststellen”. Er habe die Zahlen recherchiert: „Aus Erndtebrück kommend arbeiten in Kreuztal 87 umgekehrt sind es 65. Das hat mit überregionalem Verkehr gar nichts zu tun.”

Im Moment gibt es nach Ansicht Michael Posers noch gar nicht den Verkehr für eine solche aufwändig gebaute Straße. Der werde sich erst einstellen, wenn sie erst einmal gebaut sei: „Denn die Straße zieht den Verkehr an. Dann werden es 65 000 Fahrzeuge sein.” Nach Meinung der Initiative ist dies der Versuch, mit den dann gestiegenen Verkehrszahlen den Weiterbau der FELS zu begründen. Und deshalb würden auch keine Alternativen zur Lösung des innerstädtischen Verkehrsproblems in die Überlegungen mit einbezogen. „Weil diese Straße Vorrang hat. Man wartet auf das Allheilmittel Südumgehung.”

Dass es mehrere Varianten gibt, ist nach Meinung der Initiative Teil der Taktik. Michael Poser: „Es wird auch eine Weile so beleiben, dass man uns viele Varianten präsentiert. Und es wird auch eine Weile so bleiben, dass man die Menschen im Unklaren lässt. Aber eines ist klar: Sie versprechen eine Entlastung. Aber was wir bekommen werden, ist noch mehr Verkehr.”

Quelle: Westfälische Rundschau