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02.02.2010

Ehrenamtskarte ein Erfolg


mir    Knapp ein Jahr gibt es die Ehrenamtskarte im Kreis Siegen-Wittgenstein. Zeit für eine Bilanz. Eine mit goldenem Rand. 1022 Karten haben die Kommunen ausgegeben. Trotz strenger Bedingungen. Allein 499 Ehrenamtstickets entfallen zum Stichtag 29. Januar auf die Stadt Siegen. Gestern schon hatte sich die Zahl um drei erhöht.

Entsprechend froh gelaunt stellten gestern Landrat Paul Breuer, die Bürgermeister Steffen Mues (Siegen) und Eckhard Günther (Freudenberg) sowie Jörn Alpers (Sport Schulze) das Erfolgsprojekt vor. „Engagement im Ehrenamt, das ist das Salz in der Suppe unserer Gesellschaft“, frohlockte Breuer. Die Ehrenamtskarte sei ein weitsichtig angelegtes Instrument. „Leben heißt handeln“, diese zeitlose Devise habe sich als zukunftsweisend erwiesen. Es gelte, die Menschen weiter zu ermutigen, ehrenamtlich zu wirken. Eckhard Günther wusste aus Freudenberg zu berichten, die Vereine hätten schnell um das Vorhaben Bescheid gewusst. Die Ehrenamtskarte sei ein Selbstläufer: „Die Sache ist ein soziales Pfund für die Kommunen.“

Die 1022 Ehrenamtskarten nur im Kreis Siegen-Wittgenstein sprechen für sich. Die Region ist damit Spitzenreiter in NRW, zumal sich die Gesamtzahl landesweit auf 6000 beläuft. Wie gesagt, allein 502 Tickets entfallen auf Siegen. Netphen kommt auf 110 verdiente Ehrenamtler, Bad Berleburg hat 98. Die weiteren Daten: Freudenberg 62, Kreuztal 60, Wilnsdorf 56, Neunkirchen 53, Burbach 28, Bad Laasphe 24, Hilchenbach 18 und Erndtebrück 12.

Das Altersspektrum ist breit. Spitzenreiter sind die 46 bis 65 Jahre alten Menschen mit 37 Prozent Anteil, die 31 bis 45 Jahre jungen Mitbürger kommen auf 25 Prozent, die „Senioren“ über 65 Jahre sind mit 24 Prozent dabei. Bis 20 Jahre, da reicht der Anteil für drei Prozent. Ein Grund dafür: Drei Jahre mindestens fünf Stunden Ehrenamt pro Woche lauten die Mindestbedingungen, für Jugendliche eine noch zu hohe Hürde. 66 Prozent der 1022 Ehrenamtler sind noch emsiger, kommen auf sechs bis zehn Stunden. Immerhin sieben Prozent gaben voriges Jahr an, sogar elf bis 15 Stunden geleistet zu haben. Und drei Prozent hatten jeweils 15 Stunden geleistet. Jeweils ohne Aufwandsentschädigung.

Vergünstigungen gibt es zuhauf. Allein 82 verschiedene Vorteile im Kreisgebiet, über 1000 in ganz NRW, die alle genutzt werden können. Ermäßigungen in Büchereien, in Hallen- und Freibädern, bei VHS-Kursen, in Fitness-Studios, in Apotheken, bei Sportfreunde Siegen und Bayer Leverkusen. Und 15 Prozent Einkaufs-Nachlass bei Sport Schulze. Dazu Jörn Alpers: „Der Rabatt ist höher als bei Vereinsmitgliedern. Der Einsatz dieser Leute sollte gelobt werden. Hauptsächlich Rettungsdienstmitarbeiter und Feuerwehrleute kommen zu uns.“

Der Anteil der „privaten“ Sponsoren soll nach Möglichkeit steigen, daran will man arbeiten. Wie in Rheine im Münsterland, dort hat sich der gesamte Einzelhandel mit Preisnachlässen für Ehrenamtler eingebracht. Statistisch relevante Daten hat die Stadt Siegen parat. 473 Mal wurde die Ehrenamtskarte genutzt, bei 502 Inhabern ein geringer Anteil. Dazu Bürgermeister Steffen Mues: „Die Würdigung ist den Menschen wichtig, nicht die Vergünstigung.“ Ein Indiz mehr dafür war der Ehrenamts-Empfang der Stadt Siegen im vorigen März. 220 der damals „nur“ 300 Karteninhaber waren der Einladung gefolgt. Ein Grund für Mues, im März oder April erneut einen Empfang zu arrangieren.

Quelle: Siegener Zeitung