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23.10.2010

Handball-Feiertag trotz Rommelfanger-Verletzung


Die Halle picke-packe voll, die Stimmung auf dem Siedepunkt. Und am Ende steht der Triumph. Die Drittliga-Handballer des TuS Ferndorf haben das Südwestfalen-Duell gegen den gestürzten Tabellenführer SG Schalksmühle/Halver 30:26 (17:11) gewonnen, ziehen am alten Rivalen aus dem Volmetal vorbei und hinterlassen in den Köpfen der Fans den Traum von mehr.

Dabei begann die Partie vor 1200 Zuschauern auf den Rängen und weiteren 100 im Foyer, die die Partie an den Fernsehschirmen verfolgten, die den Video aus der Halle live ausstrahlten, alles andere als nach Plan. Christian Rommelfanger, bislang der Haupttorschütze des TuS, blieb schon in der 1. Minute nach seinem allerersten Wurfversuch verletzt am Boden liegen. Das sah schlimm aus und entpuppt sich nach einer ersten Diagnose von Teamarzt Falk Uhlig als Außenbandriss im linken Knöchel. Das Spiel also früh für den Neuzugang gelaufen und mindestens auch die nächsten fünf, sechs Wochen. Denn so lange wird Rommelfanger fehlen.

Guter Rat war da teuer. Natürlich war die Mannschaft zunächst geschockt. Caslav Dincic warf Youngster Frieder Krause ins Rennen, der die halblinke Position im Angriff übernahm und stets zurück auf die Bank musste, wenn es ans Verteidigen ging. Dann übernahm den Part Tim Hilger. Das klappt zunächst nicht besonders. Die Gäste hatten zunächst die Nase vorn, nutzten die durch die Umstellungen etwas löchrige Abwehr. Beim 7:5 für Schalksmühle/Halver nach 15 Minuten musste etwas passieren. "Da ging ein Ruck durch die Mannschaft beschreibt Keeper Kai Rottschäfer die Wende, die Dennis Aust (16.) zunächst mit dem Ausgleich und beim nächsten Angriff mit der ersten Führung belohnt. Von da an hatte der TuS den Schock des Rommelfanger-Ausscheidens endgültig weggesteckt, zog er sein Spiel auf und setzte sich ab.

"Das war die entscheidende Phase", so Caslav Dincic. Der Trainer sah jetzt eine konsequenter zupackende Abwehr und einen sich zur Topform steigernden Keeper Kai Rottschäfer. Und vorne wurden die Chancen genutzt. Über 11:9 (22.) zog der TuS auf 14:10 (25., Mirza Sijaric) und schließlich auf den 17:11-Halbzeitstand davon. "Da waren wir schon entscheidend in Rückstand geraten", bekannte auch Matthias Grasediek, Trainer der SG Schalksmühle/Halver. "Die Ferndorfer haben unsere Schwächephase genutzt. Sechs Tore Rückstand zur Halbzeit lässt sich eine starke Mannschaft wie der TuS nicht mehr nehmen."

Nun, die Gastgeber schienen nach der Pause zunächst in eine gewisse Passivität zu verfallen. Sie ließen drei schnelle Gegentore zum 17:14 (37.) zu. Der schöne Vorsprung war zusammengeschmolzen, ohne dass vorne ein eigener Treffer gelungen war. Peter Dettling, der Halbrechte, hatte zwei Fehlversuche und zog diese Schwächen durch die gesamte zweite Hälfte. Gut, dass Dennis Aust, sein Linkshänder-Kollege von Rechtsaußen, besser im Bilde war und mit dem 18:14 (39.) die Nerven wieder beruhigte.

Frieder Krause zum 20:15 (41.) und Michael Feldmann zum 23:17 (47.) brachten die Ferndorfer wieder auf Kurs. Ein Vorsprung, der gehalten und bis zur Schlusssirene transportiert wurde. Die Abwehr stand jetzt, Keeper Rottschäfer zeigte tolle Paraden, die Zeichen standen auf Sieg. Und den ließen sich die Siegerländer nun nicht mehr nehmen. Das begeisterte Publikum stand die beiden letzten Minuten applaudierend vor seinen Sitzen. Die Zuschauer hatten ein packendes Kampfspiel gesehen mit einigen Nickeligkeiten, die zu einem Derby einfach gehören. Und sie nehmen die Erkenntnis mit nach Hause, dass der TuS auch in der Lage ist, einen wichtigen Spieler zu ersetzen. Christian Rommelfanger wünschen wir schnelle Genesung und dass es womöglich doch nicht ganz so schlimm ist wie befürchtet. Detailliertere Untersuchungen werden in den nächsten Tagen Aufschluss bringen.

TuS Ferndorf - SG Schalksmühle/Halver 30:26 (17:11).

Ferndorf: Rottschäfer, Hamers; Krause (3), Lerscht, Aust (8), Dettling (4), Hilger, Klatt (1), Michael Feldmann (8/3), Mirza Sijaric (3), Stelzenbach (3), Rommelfanger.

Schalksmühle/Halver: Bungert, Zielony; Bratzke (4/3), Brauckmann (1), Christian Feldmann (5), Stuhldreier (4), Hermann (3), Lemke (2), Buff, Burmester, Buchholz (1), Gutmanis (3), Hitzemann (3/1).

Schiedsrichter: Dieter und Fabian vom Dorff (Kaarst).

Zuschauer: 1200.

Quelle: Expressi