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05.11.2010

Südumgehung: Genau hinschauen


Kreuztal/Hilchenbach. Die Pläne für die Kreuztaler Südumgehung sind in der ersten Woche ihrer Offenlegung schon von über 60 Kreuztaler Bürgerinnen und Bürgern eingesehen worden.

In Zimmer 320 des Rathaus-Altbaus befindet sich seit vorigen Freitag ein dickleibiger Ordner mit allen Detailzeichnungen der B 508 neu, wie das Straßenprojekt offiziell heißt. Noch dreieinhalb Wochen – bis einschließlich 29. November – liegen die Unterlagen für das Planfeststellungsverfahren aus. Weitere zwei Wochen haben dann betroffene Bürger Zeit, ihre Anregungen und Bedenken schriftlich vorzutragen. Was nicht bis 13. Dezember vorliegt, wird nicht mehr berücksichtigt.

Hilchenbach nimmt nicht Stellung
Die Besucherfrequenz im obersten Stockwerk des Rathauses ist von der Tageszeit abhängig: Natürlich haben viele Bürger den Markttag genutzt, um sich selbst ein Bild davon zu machen, wo genau die Straße einmal verlaufen wird, die von der Hüttental­straße in Buschhütten abzweigt, durch das Mattenbachtal über den Mühlenkopf auf Brücken ins Ferndorftal geführt wird und am Ortsausgang von Ferndorf in die B 508 einmündet. „Skeptisch bis ablehnend“ ist nach bisherigen Feststellungen im Rathaus die Haltung des überwiegenden Teils der Besucher, die vorwiegend aus den direkt angrenzenden Stadtteilen der Trasse kommen: aus Buschhütten, Ferndorf und Kredenbach. Deshalb rechnet der Landesbetrieb Straßenbau damit, dass im weiteren Planfeststellungsverfahren einige Jahre vergehen werden, bis eventuelle Klagen gerichtlich entschieden sind. Die Bedenken richten sich gegen die Eingriffe in ein wichtiges Naherholungsgebiet. Bezweifelt wird auch, ob die Südumgehung tatsächlich die erwartete Entlastung bringt.

Die Stadt Hilchenbach wird sich nicht am Planfeststellungsverfahren für die drei- bis vierspurige Kraftfahrstraße beteiligen. Vor- und Nachteile hielten sich die Waage, meinte Baudezernent Michael Kleber im Stadtentwicklungsausschuss: Einerseits werden Hilchenbacher die HTS schneller erreichen. Andererseits wächst die Verkehrsbelastung: Die Dahlbrucher Ortsdurchfahrt wird bis zu 22 500 Fahrzeuge täglich verkraften müssen – so viel wie heute die Kreuztaler Stadtmitte, durch die später nur noch weniger als 10 000 Autos fahren.

„Man muss auch das Positive sehen“, fand der amtierende Vorsitzende Hans-Georg Ballbach (CDU), nachdem Dr. Hans Christhard Mahrenholz (FDP) die „Absurdität“ des Vorhabens dargestellt hatte. „Das soll eine Straße sein, die den Verkehr erleichtert?“ Mit Gefällstrecken von bis zu sechs Prozent , zwei Brückenbauwerken und zwei bis zu zwölf Meter tiefen Einschnitten müsse man „vor allem aufpassen, dass man die Bremse rechtzeitig findet.“

Quelle: Westfälische Rundschau