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19. Jahrhundert

1804 errichtet die Gemeinde das erste öffentliche Schulgebäude oberhalb der Kirche, die sogenannte „Alte Schule“ und 1850 gemeinsam mit der Nachbargemeinde Ernsdorf die „Kleine Schule“ an der Ecke Schlehdornstraße / Ferndorfer Straße. Gemessen daran, dass Friedrich II. (der Große) in Preußen die allgemeine Schulpflicht bereits 1767 befohlen hatte - diese aber erst 1835 in Sachsen eingeführt wurde - liegt Ferndorf, das damals zu Nassau Oranien gehörte, eigentlich gar nicht schlecht.

1815 kam Ferndorf im Rahmen des Wiener Kongreß als Bestandteil der neuen Provinz Westfalen zu Preußen, es behielt jedoch die nassauischen Farben Blau und Orange in seinem Wappen.

Von 1834 bis 1835 wurden durch den preussischen Geometer Voigt erstmals maßstäbliche Pläne der Gemeinde Ferndorf angefertigt. In diesem sogenannten „Urkataster“ wurden neben Berger Hammer, Aher Hammer, Kirche, Pastorat, Mühle, Alter Schule und Feuerwehr-Spritzenhaus inzwischen schon 91 Wohnhäuser verzeichnet.

Das Dorf entwickelte sich gut, was auch daran lag, dass Ferndorfer wie Ludwig Karl Stahlschmidt, sich als Amtsbürgermeister und Mitbesitzer des Berger Hammers für die Interessen der Gemeinde sehr stark einsetzten. Von 1818 bis 1885 hatte sich die Einwohnerzahl von 508 Personen auf 1182 mehr als verdoppelt.

Die Eisenbahn erreichte Ferndorf im Jahr 1884. Die Ferndorfer haben sie mehrheitlich wohl nicht gewollt. Gewollt haben sie aber ihren vier Jahre später gegründeten Turn- und Spielverein, der auch heute noch einer der wichtigsten Kristallisationspunkte in der Dorfgemeinschaft ist. 

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Die Dorfmitte - Plan des Urkatasters von 1835

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Der zentrale Bereich des Urkatasters

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Die „Kleine Schule" im Jahr 1960 kurz vor dem Abbruch [GB] - sie war 1850 erbaut worden