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Vier Ferndorfer Urhöfe

Als „Urhöfe" bezeichnen wir die vier zuerst gegründeten Höfe, um die herum sich nach und nach die Ortschaft bildete. Einige Scheunen oder Schuppen baute man, wenn sie als solche nicht mehr gebraucht wurden, im Laufe der Jahre zu Wohnhäusern um. Zusätzlich entstanden immer mehr neue Häuser. Schließlich wurden auch die Urhöfe als Wohnhäuser in den Ort integriert. Allein der bereits 1434 erwähnte Irlenhof wird auch heute noch als landwirtschaftlicher Betrieb geführt. 

Das fränkische Erbrecht führte bekanntlich zu einer Aufsplitterung des Besitzes. Wann und ob der 1067 erstmals erwähnte kölnische Besitz in mehrere Höfe aufgeteilt wurde, ist nicht überliefert. Der etwas abseits gelegene „Irlenhof“ wird als klösterlicher Besitz von Drolshagen erstmals 1434 erwähnt.

Die Namen von drei gräflichen Lehnshöfen tauchen im 15. und 16. Jahrhundert in alten Aufzeichnungen auf, es sind „Feldhof“ (1461), „Fröhlichshof“ (1470) und „Fintzerhof“ (1571). 1461 zählte man in Ferndorf 17 Steuerzahler, das ist sicherlich nicht unheimlich viel, aber immerhin sollen ca. 85 Menschen in Ferndorf gewohnt haben.

Wenig später sind die ältesten, heute noch in Ferndorf stehenden Gebäude, errichtet worden. Während sich in Deutschland durch Martin Luther die Reformation anbahnt, errichtet man im Jahre 1524 das Haus „Schurlmeißdersch“, das im 18. und 19. Jahrhundert durch Anbauten äußerlich zwar stark verändert wurde - im Inneren aber noch originale Bausubstanz hat, und um 1581 das kleine „Nachdwächderhuss“.

Damals lebten die Menschen von der Landwirtschaft oder von der Herstellung und dem Handel mit Metallerzeugnissen, die in den beiden Hammerwerken - Berger Hammer und Aher Hammer - produziert wurden. Die Chronik spricht von Landmännern, die meisten gab es wohl auf dem Irlenhof, und von Gewerken, den Besitzern der „Hammertage“. Daneben gab es noch Krämer, Leinweber, Hirte, Schmiede, einen Pfarrer und einen Lehrer, Wirte und Zimmerleute.

mehr Infos zur Geschichte des Feldhofs

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Irlenhof im Jahr 2008

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Fröhlichshof im Jahr 1984 - wahrscheinlich der Ferndorfer „Urhof“

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„Nachdwächderhuss“ im Jahr 2001 - vermutlich der älteste Schuppen des Siegerlandes [DB]