17.11.2008

Ab 19. Dezember Stillstand bei TKS in Eichen und Ferndorf

Erst werden die Feuerverzinkungsanlagen angehalten - Heiligabend folgt die Bandbeschichtung
Einen solch lang anhaltenden Stillstand der Anlagen von Thyssen-Krupp Steel (TKS) in Eichen und Ferndorf hat es seit vielen Jahren nicht gegeben. Die Feuerverzinkungsanlagen in Eichen und Ferndorf werden ab 19. Dezember für die Dauer von 18 Tagen, die Bandbeschichtungsanlagen an beiden Standorten ab 24. Dezember für 14 Arbeitstage still stehen. Erst zur Frühschicht am 6. Januar 2009 wird dort die Produktion wieder aufgenommen.

Diese „Anpassungen”, die in der Folge den Ausfall von rund 200 Schichten und der Produktion von einigen zehntausend Tonnen verzinktem und beschichteten Material bedeuten, sind jetzt im Wirtschaftsausschuss von TKS mitgeteilt worden. Die Belegschaften der beiden Siegerländer Werke werden am Mittwoch, 26. November, auf einer Betriebsversammlung im Werksgasthaus über Einzelheiten unterrichtet. Schon Anfang des Monats waren in der Ferndorfer Feuerverzinkung 24 Schichten - also drei Schichten an acht Tagen - ausgefallen. Wie auch dort werden für den gesamten Siegerländer Veredlungsbereich die Konsequenzen durch Rückgriff auf Arbeitszeitkonten, Freizeit oder Urlaubsabnahme abgefedert, wie Betriebsratsvorsitzender Wolfgang Otto der WR sagte.

Üblicherweise hat TKS in den vergangenen Jahren des Stahlbooms grundsätzlich an Feiertagen wie Weihnachten und Neujahr durchgearbeitet. Jetzt wird es im Littfe- und Ferndorftal feiertägliche Ruhe geben - kaum ein Geräusch wird noch aus den riesigen Werkshallen in die Umgebung dringen. Für die betroffenen rund 1100 Beschäftigen aller vier Großanlagen sowie der für Spaltung und Teilung des Bandmaterials nachgeschaltete Adjustage bedeuten die Feierschichten auch den Wegfall der hohen Zuschläge, die es für Arbeit an solchen Tagen gibt. Sogar für den Dienstleistungsbereich und die Verwaltung ist an „Blockstillstand” gedacht. Entschieden sei dies noch nicht, aber Wolfgang Otto rechnet damit, dass auch in diesen Bereichen über den Jahreswechsel nur Notbesetzungen vor Ort bleiben.

Der Konzern müsse mit diesen Maßnahmen auf das „Abnahmeverhalten” der Kunden für die hochwertigen Produkte aus dem Siegerland reagieren, weiß Aufsichtsratsmitglied Otto. Der Stahlboom sei vorbei, und das betrifft alle großen Hersteller. Auch die anderen Standorte des Thyssen-Krupp-Konzerns werden ähnlich verfahren und die Produktion drosseln. Nach dem 6. Januar werden die Anlagen vorläufig wieder voll arbeiten. Doch Wolfgang Otto und seine Kollegen stellen sich die Frage, wie es in den folgenden Monaten weitergeht.