
FRÜHSTÜCKSTREFFS - Einmal im Monat
Frühstückstreffs sind jeweils um 9.30 Uhr: am 2. Dienstag im Monat im ev. Gemeindehaus Buschhütten; am 1. Mittwoch im Monat im ev. Gemeindehaus Eichen; am 3. Dienstag im Monat in der Friedenskirche Fellinghausen; am 4. Dienstag im Monat im ev. Gemeindehaus Ferndorf; am 2. Mittwoch im Monat im Bonhoeffer-Haus in der Erler-Siedlung; am 2. Freitag im Monat im ev. Gemeindezentrum Kredenbach; am 1. Donnerstag im Monat in der Kreuztaler Kreuzkirche; am 4. Mittwoch im Monat im Lutherhaus Krombach; am 1. Dienstag im Monat im ev. Gemeindezentrum Littfeld.
Allein der Frühstückstreff in Fellinghausen zieht allmonatlich 120 Besucher an: „Evangelische, Katholiken und auch Moslems”, berichtet Organisator Harry Czogalla. In anderen Stadtteilen sieht es hingegen längst nicht so gut aus. So hält beispielsweise Christel Raichle vom Frühstückstreff Buschhütten die etwas ungünstige Lage des evangelischen Gemeindezentrums für die Ursache des Besucherschwunds: „Wir müssen viele mit dem Bus abholen”.
Alle neun Frühstückstreffs bilden einen Arbeitskreis, der von Seniorenberaterin Daniela Sadelkow-Geßner koordiniert wird. Dort wurde jetzt über die aktuelle Entwicklung der Treffs diskutiert, die es seit eineinhalb Jahrzehnten überall im Stadtgebiet gibt. Angefangen hatte es mit dem Kreuztaler Frühstückstreff, der seit September 1991 vor allem ältere Marktbesucher ansprechen wollte. Sie sollten ihren Einkauf bei einem Frühstück unter Gleichaltrigen abrunden. Nach und nach initiierte die von Diakoniestation und Stadt getragene Seniorenberatungsstelle in den Folgejahren das inzwischen Flächen deckende Angebot.
Vor allem das Fehlen männlicher Besucher wird derzeit bemängelt. Die Frauen sind in der deutlichen Überzahl, zuweilen auch unter sich. Beim Ferndorfer Frühstückstreff scheint sich das zu ändern: „Es kommen jetzt auch einige Männer. Wir wollen sogar einen Männertisch einrichten”, berichtet Dagmar Simon. Ursula Bald aus Krombach hingegen bedauert, dass nicht noch mehr Angehörige der katholischen Kirchengemeinde den Weg ins evangelische Lutherhaus finden. Denn: „Wir sind für alle offen”.
Die Frühstückstreffs sind allerdings in evangelischen Einrichtungen untergebracht, was manche Andersgläubige eventuell von einer Teilnahme abhalten könnte. „Wir sind überkonfessionell und überparteilich”, betonen die Teamleiter aus allen Stadtteilen. Auch das wachsende Problem des Helfermangels macht den Frühstückstreffs zu schaffen. In Buschhütten sind die Damen, die das Treffen vorbereiten, einkaufen, den Tisch decken, Kaffee kochen und die Brötchen belegen, zwischen 69 und 84 Jahre alt. In Kreuztal beendete jetzt eine Helferin der ersten Stunde ihre Mitarbeit, weil sie das 90. Lebensjahr überschritten hat. Ferndorf indessen hat eine ganze Reihe jüngerer Frauen um die 50 gewonnen, die jetzt mitarbeiten.
Frühstückstreffs sind längst mehr als nur eine gemütliche Plauderstunde. Es gibt inzwischen überall ein Programm für die monatliche Zusammenkunft: Es wird gemeinsam gesungen oder über Sketche gelacht. Aber es gibt auch regelmäßige Vorträge zu Themen, die die Senioren berühren - wie Wohnen im Alter, Sicherheit im Straßenverkehr oder der Bereich Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung.
In Kreuztal leben etwa 8200 Einwohner, die den 60. Geburtstag schon hinter sich haben und von nun an als „Senioren” gelten. Aber trotzdem klagen die meisten der neun Frühstückstreffs, die es eigens für diese Zielgruppe gibt, über „Nachwuchssorgen”. Die Gesamtzahl der Besucher beträgt allenfalls noch 500 bis 600. Deshalb glauben die Macher der Frühstückstreffs, dass in der Altersgruppe unter 60 Jahren noch Potenzial steckt: „Wir sollten auch die einladen, die '50 Plus' ".