18.03.2011

Neuer Standort für Rettungswache

Kreuztal-Ferndorf. Die Rettungswache für Kreuztal und Hilchenbach bekommt einen neuen Standort: Im ersten Quartal 2012 wird sie aus dem Krankenhaus Kredenbach in das Gebäude der Firma OKS an der Marburger Straße 220 in Ferndorf umziehen. Landrat Paul Breuer und OKS-Geschäftsführer Rainer Maletz unterzeichneten am Donnerstag einen auf 30 Jahre befristeten Mietvertrag.

OKS ist Hersteller von Druckbehältern mit über 70 Mitarbeitern und will seine Verwaltung näher an den Fertigungsbetrieb bringen, der sich hinter dem bisherigen Bürogebäude befindet. Das Haus an der Bundesstraße 508 wird in den nächsten Monaten für die Zwecke einer Rettungswache umgebaut.

Um- und Anbau kostet 470 000 Euro
Dafür und für eine neue Fahrzeughalle wird das Unternehmen 350 000 Euro investieren. Der Kreis selbst, kommt für die Möblierung auf sowie für die Installierung einer Ampel vor der künftigen Rettungswache, die den Einsatzfahrzeugen auf der stark befahrenen B 508 die Vorfahrt einräumt. Insgesamt kommt der Kreis Siegen-Wittgenstein laut Ordnungsdezernent Henning Setzer auf Kosten von 120 000 Euro.

Die Vertragsunterzeichnung erfolgte im Beisein von Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß, Hilchenbachs Beigeordnetem Udo Hoffmann und DRK-Geschäftsführer Ralf Henze. Das DRK betreibt im Auftrag des Kreises die Kreuztaler Rettungswache sowie sieben weitere im ganzen Kreisgebiet. Die Stadt Siegen indes hat ihren eigenen Rettungsdienst. Von der neuen Feuerwache an der Weidenauer Straße aus wird aber auch der Kreuztaler Stadtteil Buschhütten mitversorgt, während der entlegene Hilchenbacher Stadtteil Lützel der Rettungswache in Erndtebrück zugeordnet ist.

Nach Überzeugung von Landrat Paul Breuer wird der neue Standort der Rettungswache vor allem für kürzere „Hilfsfristen“ in den nördlichen Kreuztaler Stadtteilen Eichen, Krombach und Littfeld sorgen, die nicht immer innerhalb der gewünschten zwölf Minuten erreichbar gewesen sind. Bei den 2000 Einsätzen der Rettungswagen sowie der 1300 Einsätze der Notärzte allein von Kredenbach aus wurden laut Dezernent Setzer die Mindestzeiten in „86 bis 87 Prozent aller Fälle“ eingehalten. Durch die verbesserte Lage des Standortes hofft der Kreis auf eine Quote von 90 Prozent zu kommen. Hinzu kommen pro Jahr rund 1100 Krankentransporte, die nicht unter Zeitdruck erfolgen müssen.

Ein Gutachten hatte im vorigen Jahr festgestellt, dass der Kreis Siegen-Wittgenstein mit seinem Rettungsdienst „gut aufgestellt“ sei, wie Landrat Breuer betonte. Gleichzeitig aber wurde empfohlen, „an der einen oder anderen Stellschraube“ zu drehen. Das betrifft einige wenige der acht Rettungswachen, so auch Kreuztal. Der Standort Kredenbach ist vor allem deshalb ungünstig, weil im Winter eine abschüssige Straße gefahren werden muss und sich eine Grundschule in der Nähe befindet. Wenn in einigen Jahren die Südumgehung Kreuztal einen Großteil des Verkehrs von der B 508 aufgenommen hat, erhofft sich der Landrat noch raschere Hilfe im Notfall.

Stadt half bei der Stadtortsuche
Kreuztals Bürgermeister Walter Kiß berichtete, die Standortfindung sei das Ergebnis von Gesprächen mit heimischen Unternehmen. Dabei erfuhr die Kommune, dass das Gebäude mittelfristig zur Verfügung stehe. So seien beider Wünsche zusammengeführt worden: der des Kreises nach einer neuen Rettungswache und der der Firma nach einer Nachnutzung. Kiß brachte zur Vertragsunterzeichnung auch die Baugenehmigung mit. Ausnahmsweise wird das Baustellenschild allerdings nicht den obligatorischen roten Punkt haben, sondern ein rotes Kreuz.