11.04.2012

Geschichten vom kleinen Samuel

Kreuztal-Ferndorf. Immer auf die Kleinen. Die sind sowieso zu nichts Anständigem zu gebrauchen. Was Ältere und Erwachsene oft sagen, musste auch der arme Samuel durchmachen. Seine Mutter Hannah schickte ihn vor vielen tausend Jahren zu einem gewissen Eli. Der unterrichtete den Knirps in Gottesangelegenheiten. Und das gefiel dessen älteren Söhnen überhaupt nicht, wie Ursula Giebeler ihren Zuhörern schilderte.

Die Kirchenkreis-Jugendreferentin hat vier Tage lang mit rund 80 Kindern gelesen, gebastelt und gespielt. Das Thema der Kinderbibelwoche: „Klein, aber wichtig“. Am Donnerstag zeigten sie im Ferndorfer Gemeindehaus das Ergebnis ihrer Arbeit.

Richter und Befreier
Für Samuel ging es trotz der Trietzereien von Elis Söhnen steil bergauf. Er wurde Prophet, steht in der Bibel. Das bedeutet, er konnte mit Gott sprechen und Gott sprach zu ihm. Er war Richter und befreite sein Volk von den Philistern. Was für die kleinen Bibelforscher jedoch wichtiger war: Samuel machte den jungen David zum König. Den kleinen Schafhirten wollte zunächst fast niemand auf dem israelitischen Thron sehen. Allerdings bezwang derselbe kleine David Goliath, den riesenhaften Soldaten, vor dem sich viele fürchteten.

Die jungen Teilnehmer blickten nicht nur zurück. Sie beschäftigten sich auch mit der Situation von Kindern heutzutage. Die ist für viele auf der Welt nicht viel besser als zu Samuels Zeiten. Erst seit Kurzem gibt es Kinderrechte. Demnach haben Kinder zum Beispiel Anspruch auf gewaltfreie Erziehung. Das heißt, sie dürfen nicht geschlagen werden. Selbst in Deutschland verpassen viele Eltern ihren Kleinen noch heute noch einen Klaps. Oder sie schlagen sogar richtig zu.

In Ferndorf sollten die Kinder Stopp sagen. Und zwar zu Dingen, die sie stören. Sie malten große rote Schilder. Darauf schrieben sie etwa, dass Eltern anklopfen sollen, bevor sie ins Zimmer kommen. Oder dass der große Bruder und die älteren Nachbarskinder netter sein sollen. So ein schickes und leuchtendes Schild hätte sich sicher auch der kleine Samuel gewünscht.