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Luftangriff am 18. März 1945

und die Wochen bis zum Kriegsende

von Katrin Stein  (weitere Fotos)

Vorwort (von Helmut Nöling)
Wir hatten im Arbeitskreis Ortsgeschichte überlegt, ob wir den 60. Tag des Luftangriffs auf Ferndorf am 18. März 1945 vorübergehen lassen oder anhalten sollen, um der schrecklichen Geschehnisse zu gedenken und uns auch Gedanken über die Zukunft zu machen. Wir entschieden uns, anzuhalten und nachzudenken. In einer Gedenkstunde am 18. März 2005 ist dies unter großer Beteiligung der Ferndorfer geschehen. Zum Vortrag kamen Auszüge aus Tagebüchern und Aufzeichnungen, die damals und auch zu späteren Zeiten verfasst wurden. Es lagen uns Aufsätze und Notizen vor von:

Hilde Scheuermann, die niedergeschrieben hat, wie im Nationalsozialismus mit den Menschen und besonders mit der Jugend verfahren wurde. Helene Jüngst hat in ihrem Buch „Ferndorf im Kriege", das 1950 erschien, einen umfassenden Überblick über den Angriff gegeben. Rudolf Hellmann, damals 14 Jahre alt, hat fast täglich Tagebuch geführt. Es wurden einige Passagen entnommen, welche die Zeit von kurz vor dem Angriff bis zum 8. Mai 1945 umfassen.

Gerade 16 Jahre alt und bereits Soldat war Werner Münker, als er den Angriff erlebte. Er hat darüber einen Aufsatz verfasst. Ulrich Schmidt aus Siegen, damals 6 Jahre alt, hat ebenfalls seine Erinnerungen aufgeschrieben und trug sie selbst vor. Er wohnte damals mit seinen Eltern in Ferndorf. Gerda Baier, geb. Hellmann, hat nur wenige Notizen aufschreiben können - sie ist darüber verstorben. Hilde Stahlschmidt aus Kreuztal hat die Zeit nach dem Angriff bis zum 9. April 1945 beschrieben, und Irmgard Toll aus Kreuztal berichtete über die Not der damaligen Zeit und auf welche Weise man sich mit Gütern versorgte.

Die letzten vier Berichte wurden nicht am 18. März 2005 verlesen. Manfred Siebel beschrieb später die Situation, als das Kirchengeläut das Kriegsende verkündete und erzählte, was ihm Fritz Scheffe über seine Erfahrungen mit amerikanischen Soldaten berichtet hatte. Zum Gedenken an den Angriff auf Ferndorf hat der frühere Kirchmeister Erhard Krämer einige Worte formuliert und in einer Abendandacht am 
18. März 1995 in der Ferndorfer Kirche gelesen. Worte, die auch heute so aktuell sind wie damals. Die Schlussworte von Pastor Peter Renschler sind dem Splitterkreuz gewidmet, das im Eingangsbereich unserer Kirche hängt. (von Helmut Nölling)

Eine Leseprobe über den Luftangriff am 18. März 1945 können Sie hier herunterladen. 
Den kompletten Beitrag finden Sie in der Ferndorfer Dorf Chronik Bd. 3.

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