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30.10.2011

Starke Leistung des TuS Ferndorf - 30:24


Kreuztal. Der TuS Ferndorf zeigte im Heimspiel gegen Spitzenreiter Wermelskirchen eine klasse Leistung. Mit 30:24 (14:13) wurde der Tabellenführer bezwungen. Trainer Dincic war stolz auf seine Jungs. "Ich habe ein gutes Drittliga-Spiel gesehen."

Die Vorzeichen in der „Stählerwiese“ hatten nicht auf das erste gute Saisonspiel der Ferndorfer in eigener Halle hoffen lassen. Kapitän Michael Feldmann konnte nach seiner Oberschenkelzerrung noch nicht wieder eingreifen, Kreisläufer zwei Fabio Schöttler brach sich am Donnerstag das Mittelfußgelenk. „Für mich ist die Verletzung natürlich sehr ärgerlich, auch wenn ich jetzt ein wenig was für die Uni tun kann“, sagte Schöttler angesichts einer harten Diagnose von acht bis zehn Wochen Pause.

Spätestens, als Wermelskirchens Bauerkamp nach der dritten Zeitstrafe (52. Min.) und der folgenden Roten Karte beim 26:21 für Ferndorf nicht nur das Feld, sondern gleich die ganze Halle verließ, hatte Wermelskirchen das Spiel gedanklich aufgegeben. Nach den letzten Minuten, in denen die Zuschauer stehende Ovationen für den TuS Ferndorf gespendet hatten, eilte Ferndorfs Abteilungsleiter Harald Münker von Spieler zu Spieler.

Schulterklopfer von Abteilungsleiter Münker
„Klasse“, strahlte der sonst kritische Beobachter zufrieden. Einen besonders herzlichen Schulterklopfer verdiente sich der zuletzt kritisierte Mario Allendörfer, der sich mit einer starken Vorstellung die Anerkennung des Publikums erspielte.

Im „hessischen Rückraum“ mit Faulenbach und Dettling zusammen hatte der TuS mit Allendörfer auf der Mittelposition gegen Tabellenführer Wermelskirchen begonnen - und zwang die Gäste, die bisher in jedem Saisonspiel dem jeweiligen Gegner ihr Spiel aufzwangen, zum eigenen Systemwechsel. Die erste Hälfte verlief ausgeglichen. Nach 13 Minuten erhielt Wermelskirchen die erste Zeitstrafe.

Ein Moment, auf den die Ferndorfer nach zuletzt schwachem Überzahlspiel unter der Woche hingearbeitet hatten. Mit zunächst absolutem Misserfolg: Denn ein abgepfiffener Angriff, ein Fehlpass und zwei Tore von Sonnenberg und Zulauf später waren die 120 Sekunden mit einem Ferndorfer mehr auf dem Feld mit 0:2 verloren gegangen.

Dreimal in Unterzahl getroffen
Weil im Gegensatz zum Überzahl- das Ferndorfer Unterzahlspiel bestens funktionierte, gingen die Hausherren mit einer Führung in die Pause: Gleich drei Mal hatte Ferndorf (von 11:11 bis 13:12) mit einem Mann weniger auf dem Feld getroffen. „Wir sind entsprechend geknickt in die Kabine gegangen“, sagte Wermelskirchens Trainer Lars Hepp später.

Den psychologischen Vorteil machte Ferndorf sich zunutze: Direkt nach Wiederanpfiff ließ der TuS, in acht Minuten nur ein Gegentor zu. Und ausgerechnet im vor der Pause noch ineffektiven Überzahlspiel legte der TuS mit zwei Treffern auf 17:14 vor, bis Hepp beim 18:14 die frühe Notbremse per Auszeit zog.

Das beste Spiel von Mario Allendörfer
Im Angriff der Ferndorfer zeigten vor allem Mario Allendörfer und Jonas Faulenbach jetzt ihre Torgefahr, Allendörfer bewies auf der Mittelposition zudem die nötige Ruhe und Übersicht. „Das war bisher das beste Spiel, dass er für Ferndorf gemacht hat“, lobte Caslav Dincic, wollte Allendörfer aber nicht alleine hervorheben. „Ich könnte genauso gut Jonas Faulenbach und Dennis Aust nennen.“

Wermelskirchen hatte sein Deckungssystem geändert, hatte Ferndorf bis zur Pause doch gegen die 6:0-Abwehr der Gäste viele gute Lösungen gefunden. Auch die 5:1-Deckung der (vor dem Spiel) besten Abwehr der Liga knackte die Dincic-Sieben nun regelmäßig.

Dennis Aust markiert das 30. Tor
Nachdem Peter Dettling und Mario Allendörfer mit zwei gewaltigen Stemmwürfen in Unterzahl den Vorsprung zum 24:20 verteidigten, war die Vorentscheidung gefallen. Und mit einem Gegenstoß markierte Dennis Aust in der letzten Spielminute noch das 30. Tor der Partie - das erste 30. Gegentor für Wermelskirchen in der bisherigen Saison, für das Aust wohl gern das pflichtgemäße „Rähmchen“ zahlen wird.

Zählt man das Pokalspiel gegen Gummersbach dazu, hat Ferndorf nun erstmals in dieser Saison drei Mal in Folge eine gute Abwehrleistung gezeigt - ein Aufwärtstrend, der Hoffnung auf größere Konstanz macht.

Statistik
Ferndorf: Hamers, Wellen, Rottschäfer (n.e.) - Allendörfer (8), Aust, Faulenbach (je 7), Dettling (3), Hilger (2/2), M. Sijaric (2), Stelzenbach (1), Schneider, Bettig (n.e.).

Wermelskirchen: Mainka; Berblinger (3/1), Kris Zulauf (4), Renninger (1), Wagner, Gelbke (4), Küster (2), Tim Zulauf (4), Clausing (1), Sonnenberg (5), Bauerkamp.

Stimmen zum Spiel

Caslav Dincic (Trainer TuS Ferndorf): „Ich habe heute ein gutes Drittliga-Spiel gesehen. Wir hatten eine gute Ordnung in unserer 3:2:1-Deckung, vor allem nach der Pause. Es ist schwer, sich in einer Saison für jedes Spiel zu motivieren, da ist es gegen den Spitzenreiter immer leichter. Ich hoffe, wir finden uns ab diesem Spiel heute, Kai Rottschäfer ist jetzt wieder da, so dass wir endgültig komplett sind. Lars Hepp soll nicht traurig sein, Wermelskirchen hat genug Punkte, um uns welche abzugeben.“

Lars Hepp (Trainer TuS Wermelskirchen): „Wenn mir vor der Saison einer gesagt hätte, dass wir mit 14:2 Punkten nach Ferndorf fahren, hätte ich mir einen Ast abgefreut. Die Schlussphase der ersten Hälfte hat mich heute nachdenklich gestimmt. Statt eine Führung zu verteidigen, gehen wir mit einem Rückstand geknickt in die Kabine. Das hat uns dazu gezwungen, selbst zu reagieren und unsere gewohnte 6:0-Deckung zu verlassen. In der 5:1-Abwehr konnten wir nach der Pause die Räume nicht gut genug verteidigen und haben das Niveau nicht gehalten -- sonst wäre es ein Kampf über 60 Minuten geworden.“

Mario Allendörfer (Spieler TuS Ferndorf): „Natürlich tut das gut, dass man endlich mal eine normale Leistung gebracht hat. Wir haben heute vor allem in der Abwehr gut gestanden und auch vorne teilweise sehr gut gespielt - das hat allen Spaß gemacht.“

Kai Rottschäfer (Torwart TuS Ferndorf): „Das war ein perfekter Einstand für mich heute, ich habe mich auch sehr gefreut, dass ich schon mit auf die Bank durfte. Wir haben in der zweiten Hölfe heute eine richtig gute Partie gezeigt. Bei mir persönlich wird es wohl noch etwas dauern, auch wenn ich mich erstaunlich fit fühle nach der Amerika-Reise.“

Quelle: DerWesten