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26.05.2014

Ferndorfer sind am Boden zerstört


Springe. Ist das bitter: Der TuS Ferndorf hat das Relegations-Rückspiel um einen möglichen Aufstieg in die 2. Bundesliga bei den Handballfreunden Springe mit 29:32 verloren und kann somit für ein weiteres Jahr in der 3. Liga planen. Zur tragischen Figur wurde Alexander Koke, der gleich bei zwei entscheidenden Siebenmetern patzte. Da es nach regulärer Spielzeit 28:26 für Springe gestanden und die HF damit das Ergebnis aus dem Hinspiel egalisiert hatten, musste die Entscheidung vom Punkt fallen.

90 Sekunden vor der Schlusssirene waren die Ferndorfer nach einer tollen Aufholjagd und einer starken kämpferischen Leistung voll auf Kurs - 26:26 stand es zu diesem Zeitpunkt. Als dann Fabian Hinz für die Heimsieben traf, wurde dem TuS im Gegenzug ein Siebenmeter zugesprochen. Koke trat an – warf aber am Tor vorbei. Hätte er getroffen, wäre es das 27:27 gewesen. So kam es aber anders, Springes Marius Kastening schoss seine Riege ins Siebenmeterschießen.

In diesem stand es nach den ersten fünf Schützen 3:3 (Simon Breuer und Moritz Barkow waren gescheitert). Dann traf Hinz für Springe und Koke trat vor den 800 Zuschauern in der ausverkauften Halle an den Punkt. Seinen Versuch vereitelte Torhüter Jendrik Meyer in seinem letzten Spiel für die Deisterstädter mit einer Fußparade – die Entscheidung. „Das ist unglaublich bitter, leider hat uns am Ende das nötige Quäntchen Glück gefehlt“, kommentierte TuS-Trainer Erik Wudtke. Der Coach war zwar verständlicherweise enttäuscht vom Ergebnis, für seine Schützlinge verteilte er aber jede Menge Lob. „Ich muss meiner Mannschaft ein großes Kompliment machen, die Jungs haben einen tollen Fight abgeliefert“, sagte er. „Wir waren körperlich gegen die groß gewachsene Springer Mannschaft unterlegen, haben dies aber durch viel Herzblut und Leidenschaft wett gemacht.“
Besser gestanden

Besonders im zweiten Durchgang drehte seine Sieben mächtig auf und kämpfte sich nach einem 10:15-Pausenrückstand Tor um Tor heran. „Unsere Deckung hat in der zweiten Halbzeit deutlich besser gestanden, Springe hatte zwischenzeitlich keine Mittel mehr“, sagte TuS-Spieler Dennis Aust, für den es das letzte Spiel im Ferndorfer Dress war. So schien die Zeit für die Westfalen zu laufen. Mit zunehmender Spieldauer machte sich bei den Handballfreunden nämlich ein deutlicher Kraftverlust bemerkbar, immer wieder liefen sie sich in der Ferndorfer 3-2-1-Abwehrvariante fest. Zudem sah Springes Pawel Pietak nach hartem Einsteigen gegen Thomas Heider die Rote Karte (45.), wodurch es zu einem Bruch im Spiel der Niedersachsen kam, die mit Claus Karpstein nun nur noch einen Linkshänder im Team hatten. Überhaupt lieferten sich beide Mannschaften einen harten Kampf – so zog sich HF-Kapitän Daniel Deutsch in einem Zweikampf einen tiefen Riss in der Nähe des Auges zu, musste immer wieder mit blutverschmiertem Gesicht behandelt werden.

Springe führte in der 55. Minute zwar nochmals mit vier Treffern (26:22), doch investierten die Ferndorfer nun noch einmal alles und kamen zum Ausgleich. Dann nahm die Tragik ihren Lauf und Springe rettete sich ins Siebenmeterwerfen. „Es ist schade. Eine Verlängerung hätten wir gewonnen, da bin ich sicher“, haderte Wudtke mit der Entscheidung vom Punkt. „Aber so ist leider das Reglement.“ Den Springern wünscht Wudtke, dass sie aufsteigen dürfen: „Beide Vereine haben unglaublich viel Emotionen in diese beiden Spiele investiert. Ich hoffe, dass das nicht alles für die Katz war und das seriöses Wirtschaften von der HBL belohnt wird und Springe in die 2. Bundesliga aufsteigen darf.“

Quelle: DerWesten, Benjamin Gleue