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12.10.2008

Kreuztal setzt auf die Südumgehung


Sinnvolle lärmmindernde Maßnahmen sind in der Stadt Kreuztal wegen der besonderen räumlichen und verkehrlichen Verhältnisse kaum zu realisieren.

Zu diesem Schluss kommt die Stadt jetzt in ihrer Stellungnahme zur Lärmaktionsplanung, deren Vorentwurf am 20. Oktober vom Infrastruktur- und Umweltausschuss beraten wird. Hauptlärmquellen in Kreuztal sind natürlich die beiden Bundesstraßen 54 in nord-südlicher Richtung und 508 in ost-westlicher Richtung sowie die Landstraße 908, die von Wenden nach Kreuztal führt. Dabei ist die erstaunlicherweise die L 908 auf Grund des Zustroms von den beiden Abfahrten der Hüttentalstraße aus Nord und Süd mit 9,3 Millionen Fahrzeugen im Jahr höher belastet als die B 54 (7,3 Millionen) oder die B 508 (6,6 Mio.). Dazu kommen jeweils 60 000 Züge auf den beiden Bahnhstrecken Hagen-Siegen und Kreuztal-Erndtebrück. Fluglärm ist angesichts des 100 Kilometer entfernten Flughafens Köln/Bonn kein Thema. Doch werden im Luftraum über Kreuztal im Jahr 153 351 Flugbewegungen registriert.

Lärmbedingte Konflikte gibt es entlang der B 54 /B 54 neu (Hagener Straße und Hüttentalstraße). Hagener Straße, Marburger Straße - die am meisten betroffenen Gebiete sind bekannt. Für die Hagener Straße könnte eine weitere HTS-Abfahrt in Eichen Entlastung bringen, was aber technisch problematisch und auch sehr kostspielig wäre. Außerdem würde sich der Schwerlastverkehr damit kaum verringern. Die Reduzierung der Geschwindigkeit auf der Hagener Straße indes kommt wegen der Stauproblematik in Kreuztal nicht in Frage; der Verkehr soll zügig weitergeleitet werden.

Für die östlichen Stadtteile verspricht sich die Stadt eine deutliche Verbesserung, wenn die Südumgehung fertiggestellt ist. Das Planfeststellungsverfahren wird im Frühjahr 2009 begonnen. Für Ferndorf würde dies langfristig ein Abnahme um bis zu 15 800 Fahrzeuge pro Tag bedeuten auf nur noch 9100 zwischen Hauptkreuzung und Ortsmitte.

Stärker als mit 75 Dezibel Lärm durch Straßenverkehr belastet sind 0,12 Quadratkilometer Stadtfläche; betroffen sind davon aber keine Bürger. Über 65 Dezibel beträgt der Lärm auf 0,66 qkm, was immerhin den in 130 Wohnungen lebenden Menschen zu schaffen macht. Größer als 55 Dezibel ist der Straßenlärm auf 2,33 Quadratkilometern der Siedlungsfläche zu vernehmen: Demnach sind 400 Wohnungen und zwei Schulgebäude betroffen. Wohngebiete dürfen tagsüber mit 70, nachts mit 60 Dezibel belastet sein.

Quelle: Westfälische Rundschau