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11.09.2011

Handball 3. Liga: Meister verliert gegen den Aufsteiger 34:39


HSG Lemgo II – TuS Ferndorf 39:34 (18:18). Auswärtsstart verpatzt

Der TuS Ferndorf hat im Sonntagsspiel bei der HSG Lemgo II eine insgesamt verdiente Niederlage hinnehmen müssen. Vom Training am Donnerstag hatten die Ferndorfer noch eine personelle Schwächung mit in den Reisebus nehmen müssen: Peter Dettling war bei einer Aktion weggerutscht und hatte sich einen Anriss der Patell-Sehnen zugezogen. Voraussichtliche Zwangspause: Sechs Wochen.

Starke Reserve des Bundesligisten
Gegen die stark aufspielende Reserve des Bundesligisten fanden die Ferndorfer vor allem in der Defensive überhaupt nicht in ihren Rhythmus. Die Gastgeber wirkten bei ihrem verspäteten Saisonstart (das Spiel gegen Ahlen in der vergangenen Woche war verlegt worden) vor den knapp 200 Zuschauern präsenter.

Dominik Formella konnte mit vielen Paraden (unter anderem drei Siebenmeter) das Torwart-Duell für sich entscheiden, auf dem Feld sorgten vor allem Wai Wong und der frischgebackene Vater Arjan Haenen mit zahlreichen Toren dafür, dass Ferndorf nicht zufrieden sein konnte. „39 Gegentore sind viel zu viel“, war Abteilungsleiter Harald Münker nach der Partie entsprechend bedient, „der Abwehrverband war überhaupt nicht präsent. Wir sind meilenweit von der Leistung der vergangenen Saison entfernt“. Caslav Dincic kam auf ein ähnliches Urteil: „Das war eine verdiente Niederlage“, so der Ferndorfer Trainer, der auf der Bank ungewöhnlich ruhig war. Die Erklärung: „Meine Spieler haben sich heute unsicher präsentiert. Da kannst du als Trainer die Spieler entweder nach Hause schicken oder gar nichts sagen.“

Dincic entschied sich für Variante zwei, versuchte es mit Systemwechseln statt verbalen Peitschenhieben. Doch egal ob 3:2:1-, 5:1- oder 6:0-Deckung – Lemgo traf, die Ferndorfer verloren schlicht zu viele Zweikämpfe. Die Partie begann ausgeglichen und mit wechselnden Führungen, kurz vor der Pause lag Ferndorf mit 18:16 vorne. Bezeichnend für die Partie, dass Lemgo drei Sekunden vorm Halbzeitpfiff der 18:18-Ausgleich gelang. Das sorgte beim Gastgeber für Rückenwind: Wenige Minuten nach Wiederanpfiff legte die HSG auf 24:21 vor, hielt die drei Tore Differenz und baute den Vorsprung in Unterzahl auf 31:25 aus.

Von diesem Rückschlag erholte sich der TuS Ferndorf nicht, zumal in dieser Phase Formella gleich drei Strafwürfe parierte. Zumindest einen kleinen Aufwärtstrend verzeichnete Carsten Lange: Der durch die Verletzung von Dettling 60 Minuten geforderte Linkshänder sorgte mit neun Toren für Gefahr. „Aber er hat auch immer wieder einfache Fehler gemacht“, relativierte Dincic, der keinen Spieler hervorheben wollte.

Carsten Lange sorgte für Gefahr
Das 35:31 durch den Blondschopf im rechten Rückraum ließ es fünf Minuten vor dem Abpfiff zum letzten Mal spannend werden, am Ende trennten die beiden Mannschaften fünf Tore. Normalerweise müssen 34 Tore auswärts reichen, aber wir waren heute einfach nicht in der Lage, gut zu decken“, bilanzierte Dincic weiter.

Für den TuS Ferndorf stehen nun nach zwei von drei Begegnungen mit Bundesliga-Vertretungen in der Tabelle 1:3 Punkte zu Buche; das dritte Spiel dieser Reihe folgt in der kommenden Woche (Samstag, 19.30 Uhr in Kreuztal) mit dem Duell gegen den nächsten Aufsteiger, die Reserve des VfL Gummersbach.

Statistik
TuS Ferndorf: Wellen, Broszinski - Lange (9), M. Sijaric (6), Aust (5/1), Allendörfer, Faulenbach (je 4), Hilger (2/2), Feldmann (2/1), Stelzenbach (2), Schneider, Schöttler.

Stimmen zum Spiel
Caslav Dincic (Trainer TuS Ferndorf): „Wir waren heute nicht in der Lage, gut zu decken. Die Mannschaft hat hinten nicht zusammengearbeitet, unsere Spieler haben zu viele Zweikämpfe verloren und sehr unsicher gespielt. Wenn ich jemanden ausgewechselt habe, hat der nächste den gleichen Fehler gemacht. Da kannst du als Trainer die Spieler entweder nach Hause schicken oder gar nichts sagen. Die Torhüter haben auch nicht viel gehalten. Endgültig verloren haben wir das Spiel Mitte der zweiten Hälfte, als Lemgo in Unterzahl weggezogen ist. Die HSG hat eine starke Mannschaft mit gut ausgebildeten Leuten, sie waren uns im Spielaufbau überlegen.“

Harald Münker (Abteilungsleiter TuS): „Wir sind meilenweit von der Leistung der vergangenen Saison entfernt. Einige Spieler sind von der Rolle, da fehlen einfach vier, fünf Prozent. 39 Gegentore sind viel zu viel, da fehlte die Abwehrqualität. Der Abwehrverband war überhaupt nicht präsent. Nominell spielen bei uns im Moment die Torhüter drei und vier, eins und zwei stehen nicht zur Verfügung. Da muss man als Abwehrspieler einfach bessere Unterstützung geben. Lemgo hat sich als Aufsteiger mit viel Selbstvertrauen und Tempo präsentiert, wir haben nur halbherzig dagegen gehalten.“ miso

Quelle: DerWesten - Micha Sommer